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Nokia: Krokodilstränen helfen nicht gegen Raubtierkapitalismus

Attac Deutschland

Frankfurt am Main 21.01.2008

Die Entscheidung des Nokia-Vorstandes, das Werk in Bochum zu schließen, zeigt nach Ansicht des globalisierungskritischen Netzwerkes Attacs, wie im entfesselten Kapitalismus soziale Belange unter die Räder kommen. Die empörten Reaktionen vieler Politiker seien daher heuchlerisch. "Diejenigen, die den Raubtierkapitalismus gegen alle Widerstände befreit haben, weinen jetzt Krokodilstränen über seine Untaten", sagte Stephan Schilling vom Attac-Koordinierungskreis. Attac fordert die Bundesregierung und die Abgeordneten auf, endlich eine Politik zu beginnen, die mit der Logik des Standortwettbewerbs bricht und dem Finanzmarktkapitalismus soziale Schranken setzt.

"Die geplante Werksverlagerung hat nichts mit unternehmerischem Handeln, Innovation oder Regionalentwicklung zu tun, es geht nur um die Interessen der Shareholder, für die eine Kapitalrendite von mehr als 30 Prozent nicht reicht", betonte Stephan Schilling.

Attac fordert soziale Mindeststandards und eine einheitliche Besteuerung von Kapital und Unternehmen in der Europäischen Union. "Die Beschäftigten dürfen nicht länger gegeneinander ausgespielt werden, der Wettlauf nach unten - das Race to the Bottom - muss endlich gestoppt werden", sagte Sabine Zimpel, Mitglied der Attac-Gruppe Essen und des bundesweiten Koordinierungskreises. Dringend notwendig sei ein Regulierungsgesetz für Finanzmärkte, das die Bewegungsfreiheit von Kapital einschränkt. "Kapital braucht Kontrolle. Die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Standortverlagerungen müssen gestärkt werden", so die Globalisierungskritikerin. Attac fordert zudem, Schluss zu machen mit einer Subventionspraxis, die es den transnationalen Konzernen ermöglicht, einzelne Länder gegeneinander auszuspielen. "Für Bildung und Soziales fehlt das Geld, aber reiche Konzerne werden vom armen Staat gefüttert", kritisierte Sabine Zimpel. Nokia müsse die Subventionen selbstverständlich zurückzahlen. Betriebsverlagerungen dürften nicht auch noch mit Steuern gefördert werden.

Attac unterstützt die von der drohenden Werkschließung betroffenen Menschen im Ruhrgebiet und wird Druck machen auf das Nokia-Management und die Politik.

Protestbriefe an Nokia und mehr: www.attac.de/nokia

Debatte u.a. über Nokia: www.labournet.de/diskussion/wipo/allg/index.html

 

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