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Dorothea Härlin: Ein aufmunternder Rückblick auf das 5. Weltwasserforum in Istanbul

Jetzt sind wir wieder zu Hause, die vielen WasseraktivistInnen aus allen Kontinenten. Bei den allabendlichen Treffen  spürten wir alle, ja, es gibt die globale Wasserbewegung! In demokratischen, transparenten und äußerst partizipativen Debatten mit 150-300 Menschen aus mindestens 50 Ländern berieten wir, was jeweils zu tun war. "Dies ist das letzte WWF in dieser Form", betonte Maude Barlow immer wieder unter großem Applaus.

 Ob uns das gelungen ist, wissen wir noch nicht genau, sicher ist jedoch, dass wir mehr als noch auf dem 4.WWF in Mexiko 2006 dieses konzerngesteuerte Forum gründlich delegitimiert haben, eine Meldung, die selbst die hiesigen Medien nicht verschweigen konnten.

Außerhalb geschah das durch Demonstrationen  und zwei äußerst anregende und informative Gegenforen, innen durch mutige kritische Stimmen von geladenen Gästen wie der Chefberaterin des Präsidenten der UN Generalversammlung, Maude Barlow,  durch Gewerkschafter aus vielen Ländern und NGOs, v.a. aber auch durch einige offiziell geladene lateinamerikanische RegierungsvertreterInnen. 

In Mexiko verweigerten im Jahre 2006 am Ende vier Regierungen die Unterschrift unter das offizielle Abschlusskommuniquee, diesmal waren es 25 Länder, die eine alternative Erklärung unterzeichneten mit der klaren Forderung nach  "Wasser als Menschenrecht" (das offizielle WWF konnte sich doch nur zu der Formulierung "need of water" durchringen). Und immerhin sechzehn Staaten forderten zusätzlich, dass das nächste WWF im Rahmen der UN durchzuführen sei.

25 Länder, darunter aus Europa Spanien und die Schweiz neben mehreren afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern, Sri Lanka und Bangladesch, das ist ein deutliches Zeichen.

Es ist das Ergebnis einer immer breiter werdenden Widerstandsbewegung gegen die Vermarktung des Lebenselixiers Wasser, die stolz darauf ist, dass die Rechnung der Gegenseite nicht aufging. Denn es war unübersehbar, dass die allgegenwärtige und äußerst repressiv auftretende türkische Polizei bei den Organisatoren des Forums, dem Weltwasserrat, die Hoffnung geweckt hatte, sie könnten diesmal ungestört sich als die Retter der weltweiten Wasserprobleme präsentieren. So protestierten sie nicht als zwei Aktivistinnen das Transparent "No risky dams" hochhielten und 10 Sekunden später von der Polizei verhaftet und am folgenden Tag des Landes verwiesen wurden. Und dennoch haben wir ihnen Risse in ihre Fassade gerissen.

Wir hoffen, ihnen ihre Pläne der Preiserhöhung, das einzige, was ihnen  in der Zeit der Krise einfiel und den Bau unendlich vieler Stauseen in der Türkei und vielen anderen Teilen der Welt durch unseren Widerstand ebenfalls zerstören zu können. Dazu brauchen wir viel Kraft, vorwiegend auf lokaler Ebene, unser Erfolg in Istanbul gegen das WWF und die solidarische Vernetzung untereinander gibt uns dafür viel Rückenwind und hat uns allen Mut gemacht.

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